
Wer bist du und seit wann arbeitest du als Fahrlehrerin?
Anna Meister, 22 Jahre alt. In meiner Freizeit lese ich gerne und treffe mich oft mit meiner besten Freundin. Seit Februar 2025 arbeite ich als Fahrlehrerin – aktuell noch als Anwärterin.
Wie sah dein Leben vor dem Fahrlehrerin-Sein aus?
Nach dem Abitur habe ich angefangen zu studieren, aber schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist. Zu dem Zeitpunkt wusste ich eigentlich schon, dass ich Fahrlehrerin werden wollte. Meinen eigenen Führerschein habe ich in einer Fahrschule gemacht, mit deren Chef ich mich super verstanden habe – und so bin ich in die Fahrlehrer-Welt reingerutscht.
Warum bist du Fahrlehrerin geworden?
Ich wollte schon immer Lehrerin sein. Durch meinen eigenen Führerscheinerwerb habe ich gemerkt, dass Fahrlehrerin einfach ein cooler Beruf ist. Mir ist es wichtig, Sicherheit zu vermitteln und vor allem Ruhe gegenüber meinen Schülern auszustrahlen. Viel zu viele Fahrschüler werden nicht gut behandelt oder sogar angeschrien – ich möchte genau das Gegenteil bewirken. Ich möchte, dass die Leute mit Spaß und Mut ihren Führerschein machen und sich dabei wohlfühlen. Besonders wichtig ist mir, dass Frauen sicher zum Führerschein kommen und ihnen dabei eine angenehme Umgebung geboten wird.
Was hat sich konkret für dich verbessert?
Am meisten hat sich mein Charakter verändert – und damit mein ganzes Leben. Ich bin wesentlich selbstsicherer und mutiger geworden. Ich habe unglaublich viel dazugelernt und meine Erfüllung in diesem Beruf gefunden. Ich bin froh, den Schritt gemacht zu haben. Außerdem bin ich mit meinem Gehalt und den damit verbundenen Freiheiten sehr zufrieden.
Welche Ergebnisse oder Erfolge kannst du heute nennen?
Im Privaten vor allem die charakterliche Entwicklung. Mit meinen Prüfungen war ich auch sehr zufrieden, weil ich viel dafür getan habe. Was mir wirklich geholfen hat, war der Austausch mit meinen Mitschülerinnen und das Bilden von Lerngruppen. Beruflich freue ich mich über viele dankbare Fahrschüler, die sich auch im Nachhinein noch melden oder Fragen stellen. Mit einer Schülerin bin ich sogar noch befreundet und habe ein super Verhältnis zu ihr.
Was bedeutet für dich der Beruf als Fahrlehrerin?
Verantwortung – und gleichzeitig das Ganze spielerisch zu vermitteln. Mir ist wichtig, dass meine Schüler Spaß beim Erwerb der Fahrerlaubnis haben, aber auch den Ernst der Lage verstehen. Ein Fahrzeug kann schnell zur Gefahr werden, deshalb ist es mir besonders wichtig, das Verantwortungsbewusstsein mitzugeben.
Der Spaß am Beruf ist für mich die allergrößte Freude. Dieser Beruf wird leider oft unterschätzt – er fordert einen mental jeden Tag. Aber die Freude überwiegt jeden Tag aufs Neue.
Worauf bist du besonders stolz?
Auf alle meine Fahrschüler bin ich sehr stolz. Besonders aber darauf, dass ich es schaffe, super nervöse Fahrschüler auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Ich freue mich immer sehr, wenn ich im Nachhinein höre, dass alles gar nicht so schlimm war und ich ihnen viel helfen konnte. Besonders stolz bin ich auch, wenn ich kleine persönliche Geschenke von Fahrschülern bekomme und merke, dass die Dankbarkeit von Herzen kommt.
Was würdest du anderen Menschen raten, die Fahrlehrerin werden wollen?
Macht euch vorher ein gutes Bild vom Beruf und fahrt wirklich viel bei Fahrlehrern mit, um festzustellen, ob der Beruf wirklich etwas für euch ist. Nehmt den Lehrgang ernst und findet euren eigenen Weg, die Inhalte aufzuarbeiten. Ich finde es besonders wichtig, im Laufe des Lehrgangs gut aufzupassen und mitzumachen – dann muss man wenig nacharbeiten.
Die Prüfungen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber trotzdem Spaß dabei haben. Besonders gute Unterlagen sind in der Prüfungsvorbereitungsphase entscheidend. Lernen mit Spaß ist deutlich einfacher – und ich freue mich, bei euch gewesen zu sein!
Eigene Anmerkungen
Fahrlehrer ist ein super Job und ich würde ihn jedem empfehlen, der gerne mit Menschen zusammenarbeitet! Die Erfolgserlebnisse sind wunderbar und erfreuen einen jeden Tag aufs Neue.